#1

Versandprobleme

in Treffpunkt 14.02.2012 17:40
von Heinz | 447 Beiträge

Liebe Entomologen alle miteinander,
ich möchte nachstehend mal ein Thema zur Diskussion stellen, das meines Erachtens ohnehin längst ausdiskutiert und klargelegt ist, würde euch aber trotzdem bitten, euch recht zahlreich zu beteiligen und eure Meinung den KameradInnen hier im Forum mitzuteilen.

Wer haftet für Ausfälle, wenn lebendes Material am Versandweg zu Schaden oder gar zu Tode kommt?
Der Versender oder der Empfänger (Besteller)?


Dazu möchte ich mal die einzelnen Stationen bis zum Eintreffen des Zuchtmaterials aufzählen:
1) Angebot
2) Bestellung
3) event. Auftragsbestätigung
4) Versand
5) Empfang
6) Bezahlung oder Tauschmaterial

Wenn nun ein Verkäufer eine Ware, in unserem Fall eben lebendes Material (Was ja sicher keine "Ware" im üblichen Wortsinne ist) anbietet, so muss diesem natürlich auch klar sein, dass er wenig später mit dem Problem der Verpackung, der Lieferzeit und somit auch den herrschenden Temperaturen konfrontiert wird.
Jedem praktizierenden Entomologen müsste es, meiner Ansicht nach, auch völlig klar sein, kälteempfindliche Arten oder Stadien nicht dann zu verschicken, wann eben entsprechend niedrige Temperaturen herrschen. Oder man verpackt ausreichend und gibt auch sog. Heat packs (Wärmepackungen) bei, die eine entsprechende Transporttemperatur gewährleisten.

Anders stellt sich das natürlich dar, wenn der Versender vor einem Versand zu entsprechend unpassenden Temperaturen warnt, der Besteller aber nimmt ausdrücklich das Risiko auf sich und hat somit also auch die Folgen zu tragen.

Meine uneingeschränkte Meinung dazu ist, dass ein verantwortungsbewusster Anbieter/Versender/Lieferant nur dann liefern soll, wenn die Außentemperaturen keine Gefährdung für das lebende Material darstellen bzw. die Verpackung derart sicher und wärmespeichernd, eben mit Heat pack, gestaltet wird.

Für mich kommt unter'm Strich heraus, dass für die lebende Ankunft von Zuchtmaterial allemal der Versender zu sorgen hat.
Alte Bekannte werden sich widrigenfalls so einigen, dass man bei Totankünften auf die Bezahlung verzichtet und ausmacht, das nächste Mal eben auf bessere Bedingungen zu warten oder aber auch besser zu verpacken.

Bitte, wie ist eure Meinung dazu?

Ich würde mich über rege Diskussionsbeteiligung aufrichtig freuen.

Besten Dank und nette Grüße
Heinz


zuletzt bearbeitet 16.02.2012 16:08 | nach oben springen

#2

RE: Versandprobleme

in Treffpunkt 16.02.2012 16:08
von Heinz | 447 Beiträge

Liebe Freunde,
wisst Ihr, was ich ganz und gar nicht glauben kann?:
Dass niemand von euch zu diesem Thema eine Meinung hat und nicht auch schon entsprechende Erfahrung hinter sich bringen musste.

Also, darf ich euch nocheinmal bitten, zu schreiben, wie Ihr diese Angelegenheit seht bzw. was eure Erfahrungen dazu sind.

Danke und nette Grüße
Heinz


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#3

RE: Versandprobleme

in Treffpunkt 16.02.2012 17:49
von Maxi | 295 Beiträge

Hallo Heinz,
Bei mir war es einmal ähnlich :

Ich bestellte mir Oleanderschwärmer Raupen und das Paket kam gut an.
Als ich den Karton aufmachte klebten alle Raupen an einem Klebeband fest.
Der Züchter wollte aber es mir nicht glauben .
Das Ende vom Lied war dass ich 10€ statt 18€ bezahlen musste.

Ich selber finde :
Wenn der Empfänger die billigste Versandsmethode wählt und etwas geschiet ist er Schuld.
Wenn aber der Versender die Eier/Raupen/Puppen leichtsinnig ohne den Empfänger zu fragen verpackt so ist der Versender schuld.

Gruß Maxi


Eine gesunde Raupe frisst nie weniger.
Sie frisst immer mehr.

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#4

RE: Versandprobleme

in Treffpunkt 18.02.2012 12:28
von Reinhold | 38 Beiträge

Hallo Heinz,
da hast Du ein sehr schwieriges Teama aufgegriefen.

Ich kann nur sagen wie ich verfahre !
1. Bei Tausch : Das Material kommt nicht gut bei meinem Tauschfreund an,habe ich Pech gehabt.Ich erwarte keine Gegenleistung .
Habe ich noch Material versuche ich es noch einmal.
2.Verkauf : Ich verschicke nur noch ungern Eier,um von vorneherein aus dem Weg zu gehen,daß der Käufer sagen kann ,es ist nichts geschlüpft.So verschicke ich lieber Jungraupen.
Geht die Lieferung ins Ausland (2-5 Tage mit der Post unterwegs),so verschicke ich Eier.
Sollte die Lieferung nicht gut ankommen,aus was für Gründen auch immer,
so muß eine Einigung mit dem Käufer getroffen werden,ob ich nochmal Material schicken soll,auf seinen eigenen Wunsch,so bestehe ich auf die Bezahlung egal wie die Lieferung ankommt !
Ansonsten bin ich mit einer Teilbezahlung auch einverstanden (min. Porto&Verpackung).

Allerdings ist es nur ein Einmalbesteller (kein guter Zücherfreund),so werde ich ihn mit Sicherheit das nächste Mal nicht mehr beliefern !

Mein Moto lautet : " So wie man in den Wald hinein schreit, so kommt auch das Echo zurück. "
Also seid höflich zueinander, es ist nur ein Hobby und alle sind zufrieden.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhold

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#5

RE: Versandprobleme

in Treffpunkt 18.02.2012 12:44
von NDoR212 | 359 Beiträge

Hallo Reinhold,

ich kann deiner Einstellung viel abgewinnen, zumal sie für mich fair uns anständig klingt! Leider kommt es dennoch immer wieder einmal zu Problemen beim Versand - oftmals durch Verschulden der Post. So hat vor einiger Zeit eine Züchterkollegin aus Peru das Versenden von Eiern und Puppen nach Europa einstellen müssen, da auf Grund von Zollproblemen die Tiere stets bereits im Zollamt in Lima geschlüpft sind, und verendeten, bevor sie beim europäischen Züchter ankamen.

Innerhalb der EU sollten solche Probleme allerdings nicht auftreten, und auch ich vertrete hier die Meinung, dass wir uns in allererster Linie einmal vertrauen sollten (guten Bekannten, und Züchterfreunden sowieso) aber auch Neulingen. Sollte es dann nochmals Probleme geben, wäre ich ebenso misstrauisch!

Letztendlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, wie weit sein Vertrauen reicht, bei begründeten Verdachtsfällen kann sich aber jeder an einen Admin wenden, und wir werden versuchen, hier zu vermitteln.

Liebe Grüße
Michael


Selbst der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Sturm entfachen!

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#6

RE: Versandprobleme

in Treffpunkt 18.02.2012 13:54
von Chris | 32 Beiträge

Hallo Freunde! Ich hatte diesbezüglich letztes Jahr mal ein sehr unschönes Erlebnis. Ich bestellte bei einem Züchterkollegen aus Osteuropa 10 Puppen von Issoria lathonia. Leider schätzte dieser den Schlupfzeitpunkt später ein als er war. Das hatte zur Folge daß alle Tiere bis auf eines während des Transports schlüpften und ich jetzt die traurige Aufgabe hatte 9 noch lebende Krüppeltiere schmerzlos zu töten. Hab sie in die Gefriertruhe gesteckt. Die noch ganze Puppe enthielt ebenfalls ein abgestorbenes Tier. Finanziell ist mir dabei kein Schaden entstanden aber für die Tiere muß es entsetzlich gewesen sein. Der Züchterkollege bedauerte es sehr, stellte aber auch keine Rechnung. Ich habe daraus gelernt daß ich nichts verschicke, wenn ich mir nicht ziemlich sicher bin daß die Tiere heil ankommen. Jeder der Lebendmaterial versendet sollte sich bewußt machen mit wieviel Respekt Tiere zu behandeln sind. Selbst wenn man sie dann (tot) sammelt wie so mancher von uns. Nachdenkliche Grüße Christian.

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#7

RE: Versandprobleme

in Treffpunkt 18.02.2012 19:34
von Berti | 399 Beiträge

Hallo Ihr lieben,

Zitat von Chris
. Ich habe daraus gelernt daß ich nichts verschicke, wenn ich mir nicht ziemlich sicher bin daß die Tiere heil ankommen. Jeder der Lebendmaterial versendet sollte sich bewußt machen mit wieviel Respekt Tiere zu behandeln sind. Selbst wenn man sie dann (tot) sammelt wie so mancher von uns. Nachdenkliche Grüße Christian.


Genau diese zwei Sätze sind es, auch in meinen Augen.
Da fehlt mir hier und da, das es auch Lebewesen sind. Manche scheinen gerade das aus den Augen zu verlieren. Manchen denken die Ware Insekt, oh toll da mache ich mir eine Stange Geld mit möglichst wenig Aufwand und wenn was schief geht, was interessiert es mich.
Ich finde das traurig!
LG Berti



Wenn der Schnee schmilzt dann sieht man die Scheiße!
"Rudi Assauer"

zuletzt bearbeitet 19.02.2012 08:48 | nach oben springen

#8

RE: Versandprobleme

in Treffpunkt 19.02.2012 12:41
von murrex | 17 Beiträge

Hallo alle miteinander,

Ihr habt hier ein sehr schwieriges Thema angesprochen. Eine pauschale Antwort auf das Tragen des Risikos wird es wohl nicht geben da jeder Versand einer Vielzahl von
Bedingungen unterworfen ist. Vorab bin ich aber der Meinung das ohne Vertrauen erstmal garnichts läuft. Sicher gibt es unter den Verkäufern/Anbietern auch "Schwarze Schafe"
aber davon sollte man nicht vorrangig ausgehen. Also ich denke der Großteil der Anbieter wird sich seiner Verantwortung schon bewußt sein. Das schließt aber nicht aus dass auch
pflichtbewußten Anbietern mal Fehler unterlaufen.
Ich erinnere mich an meine Anfangszeit als ich den Zuschlag auf eine größere Menge Eier verschiedener Arten aus Paraquay erhielt (Heinz wird sich erinnern). Bevor die Eier bei mir
ankamen erreichten mich viele Anfragen ob ich nicht einige davon abgeben könnte. Nun es handelte sich um über 500 Eier so dass ich auch vielen Anfragern Ihren Wunsch erfüllen
wollte. Nach 9 Tagen Postweg von Paraquay kamen die Eier an einem Freitag abend an. Noch am selben Abend habe ich die Eier separiert und ettliche Briefchen an Züchterkollegen
versandt. Unglücklich das gerade noch ein Wochenende dazwischen lag schlüpften sehr viele Räupchen auf dem Postweg und kamen nur tot beim Empfänger an.
Nicht jeder der Empfänger hatte damals für die Situation Verständnis. Letztlich habe ich mich aber bezüglich der Bezahlung mit Allen einigen können. Und hier stimme ich Reinhold
zu 100% zu, man muß miteinander einen Weg der Einigung suchen. Mit etwas Verständnis für die jeweiligen Umstände wird man sich meistens einigen können.
Ein anderer Fall ist mir gerade in der letzten Woche wiederfahren. Bei einem Züchterfreund aus den USA hatte ich drei Dutzend Hemileuca-Eier bestellt. Dieser hat diese vor reichlich
14 Tagen in die Post gegeben. Angekommen sind sie bis heute bei mir nicht. Die Hoffnung diese noch zu erhalten ist nunmehr sehr gering sie sind wohl irgendwo auf dem Postweg
abhanden gekommen. Aus meiner Sicht wäre es hier unfair den Versender mit der Tatsache abzuspeisen, es ist nichts angekommen also wird auch nichts bezahlt. Gerade unter
Freunden sollte mann einen Weg finden das Risiko zu teilen. Wenn ich nun einen Teilbetrag überweise wird er mir sicher beim nächsten Mal ebenso entgegenkommen. Aber sowas
geht natürlich nur wenn ein gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist. Bei Erstbestellungen läuft sowas natürlich nicht.
Viele Anbieter gerade von Eiern schreiben ja das sie erst die Bezahlung wollen wenn 50% der Räupchen geschlüpft sind. Also auch von der anderen Seite wird hier ein Vertrauensvorschuss
gewährt, es könnte ja auch jeder sagen es sind halt weniger geschlüpft also brauche ich auch nicht bezahlen. Ein seriöser Züchter würde soetwas aber nie tun.
Also ich will damit nur sagen das zwar in erster Linie schon der Versender für das ordnungsgemäße Ankommen der Ware verantwortlich ist, es aber viele Umstände zu berücksichtigen
gibt die gegebenenfalls ein Abweichen von der Norm rechtfertigen.
Darüber nachzudenken lohnt sich in jedem einzelnen Fall. Wo einerseits ein rigoroses Ablehnen der Vergütung erforderlich ist sollte man das auf jeden Fall tun, in anderen Fällen, wenn es
die Umstände zulassen, kann man sich jedoch auch mit ein wenig Toleranz neue Freunde schaffen.

Viele Grüße

Ulrich


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